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23.10.2010 Emmerflocken und Einkornflocken
Haferflocken sind sicherlich jedem bekannt – aber kennen Sie Emmerflocken und Einkornflocken?
Emmer und Einkorn sind Urgetreide, die zu den ältesten kultivierten Getreidesorten gehören. Diese alten Weizenarten mit lang begrannten, meist zweiblütigen Ährchen wird heute in Europa kaum noch angebaut. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde in Thüringen und Süddeutschland Emmer zumindest stellenweise angebaut. Heute ist der Anbau fast auf Null zurückgegangen, da andere Getreidesorten mehr Ertrag versprechend.
In Nordbayern im Raum Coburg wird wieder Emmer angebaut und dort vor allem fürs Brauen von Bier verwendet. Der Emmeranbau wurde dort im Rahmen eines Projektes zur Förderung des Anbaus alter Kulturarten sowie seltener Ackerwildkräuter wieder aufgenommen.
Aufgrund seiner mäßigen Klebereigenschaften ist Emmer nicht für die Brotherstellung geeignet. Vollkornbackwaren verleiht Emmer jedoch einen herzhaften Geschmack, wenn man Emmermehl beimischt. Ebenso wird Emmer für die Bierproduktion eingesetzt und bewirkt ein dunkles, meist trübes, sehr würziges Bier.
Emmer ist besonders eiweiß- und mineralstoffreich, das gilt natürlich auch für Emmerflocken. Sie eignen sich daher ganz besonders für die Ernährung von Sportlern, indem man sie dem Müsli oder Joghurt beimischt. Hierbei bleiben Emmerflocken erfreulich “knackig”, während z.B. Haferflocken schon nach kurzer Zeit aufweichen und aufquellen.
Im 20. Jahrhundert nahezu ausgestorben, wurde Einkorn in jüngerer Zeit erfolgreich aus den letzten verbliebenen Samen angebaut und ist wieder im Naturkost-Fachhandel erhältlich. Zunehmend werden auch verarbeitete Produkte wie Nudeln, Brot und Bier aus Einkorn angeboten.
Fazit: Als echte, fast schon exotische Alternative zu Haferflocken sollten Sie sowohl Emmerflocken als auch Einkornflocken unbedingt einmal probieren.